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Payment Connect: Geldüberweisungen zwischen China und Hongkong – schnell

  • Auf dem chinesischen Festland und in Hongkong werden alltägliche Zahlungen mittlerweile innerhalb von Sekunden per Telefonnummer abgewickelt – ohne dass Kleinbeträge über SWIFT weitergeleitet werden müssen.

  • Payment Connect verbindet zwei inländische Schnellzahlungssysteme miteinander, sodass Studiengebühren, Mieten und Unterhaltszahlungen in RMB oder HKD mit der Geschwindigkeit des Privatkundenverkehrs abgewickelt werden.

  • Für alle, die die Internationalisierung des Yuan verfolgen, ist die Infrastruktur das eigentliche Thema: Peking baut parallele Kanäle auf, die nicht mehr unter der Kontrolle westlicher Banken stehen.
Hangzhou, China
Hangzhou, China

Zwei Märkte, ein Telefonanschluss

Am 22. Juni 2025 nahmen die Aufsichtsbehörden in Peking und Hongkong Payment Connect in Betrieb – eine direkte Verbindung zwischen dem Internet-Banking-Zahlungssystem (IBPS) des Festlands und dem Faster Payment System (FPS) in Hongkong. Das Produkt richtet sich an Privatpersonen, nicht an Unternehmen: Eltern, die Schulgebühren bezahlen, Arbeitnehmer, die ihr Gehalt nach Hause überweisen, und Käufer, die grenzüberschreitende Rechnungen begleichen.

Jahrzehntelang wurden Zahlungen im Einzelhandel zwischen dem Yuan und dem Hongkong-Dollar häufig über Korrespondenzbanken und das SWIFT-Nachrichtensystem abgewickelt. Das war sinnvoll, als Kapitalkontrollen und unterschiedliche Rechtssysteme umfangreiche Compliance-Prüfungen erforderten. Heute wirkt dies jedoch veraltet, da beide Rechtsräume bereits über inländische Echtzeit-Zahlungsnetze verfügen.

Wie die Leitung eigentlich funktioniert

IBPS wickelt Online-Überweisungen zwischen Banken auf dem chinesischen Festland ab. Mit dem 2018 eingeführten FPS können Einwohner Hongkongs mithilfe einer Handynummer oder E-Mail-Adresse Geld zwischen Banken und E-Wallets überweisen. Payment Connect verbindet diese beiden Systeme über das China National Clearing Center und die Hong Kong Interbank Clearing Limited unter der Aufsicht der People’s Bank of China und der HKMA.

Sie geben die Telefonnummer oder die Kontodaten eines Empfängers ein, wählen RMB oder HKD aus, und die Abwicklung ist innerhalb von Sekunden abgeschlossen – an jedem Tag und zu jeder Uhrzeit. Zu den teilnehmenden Banken gehörten vom ersten Tag an die vier großen Kreditinstitute des Festlands sowie die China Merchants Bank und die Bank of Communications; in Hongkong waren bei der Einführung die Bank of China (Hongkong), HSBC, Hang Seng und weitere Banken dabei. Seitdem sind weitere Institute hinzugekommen.

Grenzen, die man nicht ignorieren darf

Schnelligkeit bedeutet nicht uneingeschränkte Freiheit. Einwohner Hongkongs, die Geld nach Norden überweisen, können über FPS bis zu 10.000 HK$ pro Tag pro Konto überweisen, wobei die Obergrenze bei 200.000 HK$ pro Jahr liegt. Dieser Kanal existiert parallel zu – und nicht innerhalb von – der bestehenden täglichen Obergrenze von 80.000 Yuan für Überweisungen nach Norden, die viele Einwohner Hongkongs bereits nutzen.

Für Festlandchinesen, die Geld in den Süden überweisen, gibt es bei „Payment Connect“ selbst keine feste tägliche Obergrenze, sie müssen jedoch die jährliche persönliche Devisenfreigrenze Chinas von 50.000 US-Dollar einhalten. Bei höheren Beträgen für Studiengebühren oder Arztrechnungen kann eine verstärkte Überprüfung erforderlich sein. Die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche gelten weiterhin auf beiden Seiten; das System ist für Lebenshaltungskosten im Rahmen des laufenden Kontos konzipiert, nicht für Kapitalflucht in großem Umfang.

Greater Bay Area: Warum die Aufsichtsbehörden sich dafür interessieren

In der Greater Bay Area Guangdong–Hongkong–Macau leben mehrere zehn Millionen Menschen, die über die Binnengrenzen hinweg pendeln, studieren und investieren. Günstigere Überweisungen fördern diese Integration – genau das, was sich die politischen Entscheidungsträger wünschen, da Hongkong mit Singapur und Shanghai um das Offshore-RMB-Geschäft konkurriert.

Die Einführung folgt zudem auf die FPS-Verbindungen Hongkongs mit dem thailändischen PromptPay und reiht sich in denselben politischen Kontext ein wie die Pilotprojekte zum digitalen Yuan, die in unserem Artikel über das neue Währungssystem beschrieben wurden. Privatkunden-Zahlungsverkehrssysteme und die digitale Zentralbankwährung sind sich ergänzende Ebenen derselben Strategie: die reibungslose Abwicklung von Yuan-Zahlungen außerhalb der Standardkanäle des Dollars zu ermöglichen.

Busy street scene in Mong Kok, Hong Kong
Mong Kok – Millionen von Haushalten mit grenzüberschreitenden Verbindungen werden von günstigeren Überweisungen profitieren.

Sollten Weltbürger also aufmerksam sein?

Wenn Sie Vermögenswerte, Familie oder Mitarbeiter auf beiden Seiten der Grenze haben, ist „Payment Connect“ eine willkommene Neuigkeit: niedrigere Gebühren, schnellere Bestätigung und geringere Abhängigkeit von Überweisungsstellen. Wenn Sie China nur aus der Ferne beobachten, betrachten Sie dies als ein Signal. Peking wartet nicht auf eine SWIFT-Reform, sondern baut sein eigenes Sofortzahlungsnetzwerk zwischen den ASEAN-Nachbarn und seinem wichtigsten Offshore-Zentrum auf.

Hongkongs Rolle als Niedrigsteuer-Drehscheibe – die wir in unserem Leitfaden zur Frage, ob Hongkong eine Steueroase ist, näher beleuchtet haben – hängt davon ab, dass die Stadt für den Zugang zum RMB unverzichtbar bleibt. Payment Connect stärkt diese Positionierung. Als Nächstes sind Erweiterungen auf Macau, die Integration in E-Commerce-Kassen sowie die Automatisierung der Lohnabrechnung für Unternehmen zu erwarten. Die stille Revolution ist nicht die Pressemitteilung, sondern die Infrastruktur, die mittlerweile im Hintergrund des Alltags läuft.